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07.01.2003
Bis zu 80 Prozent selbst machen

Bis zu 80 Prozent selbst machen
Aber Ausbauhäuser haben auch Tücken
Eisenach - Am Anfang standen eine grobe Rechnung und ein skizzierter Plan. "Ich wollte mein Haus selbst bauen", erinnert sich Matthias Fischer - möglichst ohne Handwerker, möglichst preiswert, möglichst rasch. Im Freundeskreis wurde der Brandmeister aus Eisenach auf eine Lösungsmöglichkeit aufmerksam: ein Ausbauhaus. Fischer wählte dabei seinen eigenen Weg. Er legte sogar am Rohbau Hand an und sparte insgesamt mehr als 50.000 Euro.

Meist liefert ein industrieller Hersteller die Außenhülle. Das Innenleben kann der versierte Heimwerker bis zu 80 Prozent selbst ausführen. Baufamilien können mit dem Ausbauhaus gegenüber einem schlüsselfertigen Bau 25.000 Euro und mehr sparen. Voraussetzungen: Fachverstand, hohes auch zeitliches Engagement und geschickte Helfer.

Für den Bauherrn und seine Helfer fällt der Startschuss für den Innenausbau, sobald der Hersteller die Außenwände, Fenster, Haustüren, das Dach sowie Geschossdecken, Treppen und Innenwände auf der Baustelle errichtet hat. Bauherr Fischer und seine zwei Helfer im Rentenalter hatten nach drei Wochen den Rohbau fertig. "Es klingt verrückt, aber man braucht nur wenig Vorkenntnisse", versichert der 34-Jährige. So setzte ein Vorführmeister die erste Reihe Steine auf die Bodenplatte, "nach einer Woche war das Erdgeschoss geschafft".

Ab 50.000 Euro ist die Außenhülle zu haben. Dazu kommen je nach Wunsch des Bauherrn Ausbaupakete mit Materialien und Arbeitsleistungen durch den Hersteller. Zum Vergleich: Die günstigsten schlüsselfertigen Häuser liegen bei 100.000 Euro. Wichtig ist es, sich vom Hersteller eine detaillierte Aufstellung über die notwendigen Restarbeiten geben zu lassen. Typische Aufgaben für Bauherren sind Malerarbeiten, Tapezieren und Bodenbeläge, bei besseren Kenntnissen auch der Trocken-Estrich, Fliesen und Innentüren.

Grundsätzlich gilt: Finger weg von Arbeiten, die abnahmepflichtig sind! "Die Gewerke Elektro, Heizung und Sanitär müssen aus Sicherheitsgründen vom Fachmann ausgeführt werden", sagt Rüdiger Grimmert vom Finanzdienstleister BHW. Profiarbeit ist in den meisten Fällen auch das Dach.

Doch es gibt auch Tücken bei diesem Weg zum Eigenheim. Die liegen weniger in Bausystemen als in Mentalität und Können der Hobby-Hausbauer. "Irgendwann", erinnert sich Fischer, "hatte ich die Schnauze voll". 24 Stunden Schichtdienst auf der Feuerwache, danach wieder auf die Baustelle. Da schmilzt der Enthusiasmus. Häufig verschätzt man sich auch gewaltig in der notwendigen Stundenzahl. Wem es am nötigen Geschick fehlt oder wer seine Arbeitsstunden am Bau falsch einschätzt, zahlt am Ende deutlich drauf. Auch Krankheit oder Unfall können die Pläne durcheinander bringen.




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