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17.11.2003
Heizen mit Sonne und Holz im Ferkelstall

Das Holz vor der Haustür, die Sonne vom Himmel - eine ideale Voraussetzung, um das Wohnhaus umweltschonend und kostensparend zu beheizen und das Wasser zu erwärmen. Über die eigenen vier Wände hinaus gedacht, hat Landwirt Bauer aus der Nähe von Ingolstadt, der seit fünf Jahren auch seinen Ferkelstall mit Sonne und Holz beheizt. "Die Kombination von Sonnenkollektor und Holzkessel ist ideal. Die Wärme, die die Solaranlage in Sommer produziert und die wir für das Wohnhaus nicht brauchen, nutzen wir für den Ferkelstall, der rund um´s Jahr beheizt werden muß", faßt der sechsundzwanzigjährige Landwirt zusammen. "In Schlechtwetterperioden und im Winter heizen wir mit Holz nach".
Auf die Idee gekommen ist die Familie, als sie vor sechs Jahren von einer kombinierten Holz-/Ölheizung auf die Nutzung ausschließlich erneuerbarer Energien umsteigen wollte. Zur gleichen Zeit stand die Modernisierung des Schweinestalls an, für den ebenfalls eine Heizung benötigt wurde. "Ohne Heizung geht heute in der Ferkelerzeugung nichts mehr. Die Ferkel wachsen nicht, der Qualitätsstandard wird nicht erreicht", erläutert Bauer. Der Holzkessel war bereits da, aber das Einheizen im arbeitsreichen Sommer lästig, warum also nicht auch für den Stall Sonnenenergie nutzen? Gemeinsam mit der Firma Solarring vom Verband der Solar-Einkaufsgemeinschaften e.V. wurde eine Lösung für Wohnhaus und Ferkelstall gefunden. Auf dem Dach des Wohnhauses wurde ein 40 Quadratmeter großer Sonnenkollektor für Heizung und Warmwasser installiert. Über eine Erdleitung ist ein zusätzlicher, ausgekoppelter Heizungskreislauf mit dem gut wärmegedämmten Stall verbunden. Hier beheizt die Solaranlage die Wärmeplatten für den Nachwuchs von 60 Mutterschweine. Die Muttersau liegt auf dem Rost, die Ferkel genießen lang ausgestreckt auf den solarbeheizten Platten die konstante Temperatur von 40 Grad. Zur Überbrückung sonnenarmer Tage wird die Sonnenwärme in einem 4.000 Liter-Pufferspeicher mit integriertem 200 Liter Brauchwasserbehälter gespeichert. Scheint die Sonne einmal länger nicht, wird für die Nachheizung der Stückholzkessel genutzt. Das Holz hierfür stammt aus dem heimischen Wald.
"Rund zwei- bis dreitausend Liter Heizöl sparen wir in einem Jahr durch die Solaranlage ein", freut sich der Landwirt, der von Mai bis September kaum einheizen muß. "Außerdem: Alles, was wir zuheizen, brauchen wir nicht zufüttern. Mit Sonnenenergie ist es doppelt kostensparend, und wir schonen die Umwelt." Solarwärmeanlagen für Heizung und Warmwasser werden vom Bundesumweltministerium mit 125 Euro pro angefangenem Quadratmeter Kollektorfläche gefördert. Der Fördersatz gilt für Anträge, die bis zum 15 Oktober diesen Jahres gestellt werden. Danach gilt ein Fördersatz von 110 Euro pro angefangenem Quadratmeter.




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